SEPTEMBER 2021

Sonderausgabe der Tiroler Landeszeitung

Im September 2021 wurde eine Sonderausgabe der Tiroler Landeszeitung veröffentlicht.
Das Osttiroler Kulturspur – Kulturnetzwerk ist in dieser Ausgabe mit einem Beitrag vertreten.

Kulturspur – eine Reise durch Osttirols Museumslandschaft

Umrahmt von den Lienzer Dolomiten im Süden und den Hohen Tauern im Norden liegt der Bezirk Osttirol
mit seiner wunderbaren Landschaft und seinen reichen Kulturgütern. Seit 2018 gibt es das Osttiroler Kulturnetzwerk,
ein Verbund von großen und kleinen Kultureinrichtungen, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Museumslandschaft Osttirols zu vernetzen.

Östlich von Lienz, der kleinen, aber sehr lebendigen Bezirkshauptstadt Osttirols, liegt in der Gemeinde Dölsach Aguntum – die einzige Römerstadt Tirols – und ihr archäologischer Park. Aguntum zählt neben Schloss Bruck und Burg Heinfels zu den drei großen Museen im Bezirk. In Aguntum finden sich Spuren römischen Lebens in seiner ganzen Vielfalt. Die Funde, die im Museum ausgestellt werden, und der weitläufige Park sind ein Kleinod in der Region. Jährlich finden hier Grabungen des Instituts für Archäologien der Universität Innsbruck statt. Kultur trifft Mobilität Richtet man den Blick von Aguntum gegen Westen, sieht man auf einer Anhöhe Schloss Bruck, die monumentale Burg der Grafen von Görz. Seit 1942 ist sie im Besitz der Stadt Lienz und beherbergt die umfangreiche Sammlung des Osttiroler Malers Albin Egger-Lienz. Neben der Ausstellung seiner Werke gibt es einen Ausstellungstrakt für moderne Kunst. In den Sommermonaten wird der Innenhof des Schlosses für Kulturveranstaltungen der Stadtkultur Lienz genutzt. Im Süden der Stadt Lienz liegt das Eisenbahn-Museum. Wer ein Faible für alte Diesel- und Dampflokomotiven hat, ist dort genau richtig. Die über 97 Meter lange und dreigleisige Remise von Architekt Wilhelm von Flattich ist ein architektonisches Juwel, großteils noch im Originalzustand und steht seit 1999 unter Denkmalschutz. 2021 gibt es in der über 1.800 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche auch die Sonderausstellung „150 Jahre Südbahn Villach-Lienz-Franzensfeste“ zu sehen. Originale der Jahrhundertwende Wer länger in der Umgebung von Lienz verweilen möchte, dem empfiehlt sich ein Besuch am Kammerlanderhof in Thurn. Der über 500 Jahre alte Hof ist eine Rarität in der Region und ein beeindruckendes Beispiel bäuerlichen Lebens. Der Stein- und Holzblockbau wird heute als Museum geführt, der Verein „s‘ Kammerland – Kulturinitiative Thurn“ feiert heuer sein 20-jähriges Jubiläum. Der Bau hat sich über die Jahrhunderte weitgehend unverfälscht erhalten. Besonders sehenswert sind die originale „Rachkuchl“, der Kornkasten mit alten Gerätschaften und die kleine Schlafkammer mit Mobiliar aus der Zeit um 1900. „Königin des Pustertals“ Fährt man von Lienz Richtung Sillian begegnet einem in der Gemeinde Heinfels auf einer Anhöhe liegend Burg Heinfels, die „Königin des Pustertals“. Sie wurde in den letzten Jahren aufwendig restauriert und ist seit 2020 der Öffentlichkeit zugänglich. Hier trifft Geschichte in Form von Mauern und Türmen aus längst vergangener Zeit auf moderne Architektur, die das Burggelände zu einem einzigartigen Rundgang macht. Besonderer Blickfang ist die Deckengestaltung in der Burgkapelle. Gleich nach Heinfels biegt die Straße rechts in das Villgratental und dort vom Ort Außervillgraten ins Winkeltal ab, wo sich der Wurzerhof befindet. Seit Generationen geführt, ist er eine Mischung aus Selbstversorgerhaus, Landwirtschaft und Freilichtmuseum, dessen Ensemble aus alter Mühle und Säge, einer Selch- und Waschkammer, Schmiede, Tischlerwerkstatt und hofeigener Kapelle besteht. Es ist bis heute alles im Originalzustand erhalten. Berg und Brauchtum Wenn man das Pustertal verlässt und weiter ins Iseltal fährt, führt der Weg Richtung Felbertauern. Auf Höhe Huben biegt man rechts nach Kals ab, zum Bergsteigerdorf am Fuße des Großglockners. Hier liegt das Glocknerhaus Kals, das sich der Geschichte und Erstbesteigung des höchsten Berges Österreichs widmet und in seiner Ausstellung „Kals im Banne des Großglockners“ u.a. große Mineralienfunde beheimatet. Gegenüber liegt das Heimatmuseum Kals, das viele Geschichten über Leben und Brauchtum in der Kalser Region zu erzählen hat. Unter anderem findet man dort eine originale Kalser Bauernstube mit „Rachkuchl“. Weiter führt der Weg in die Marktgemeinde Matrei, die mit diversen Ausstellungen im Nationalparkhaus auf didaktisch ansprechende Weise Wissenswertes über die Hochgebirgsregion vermittelt. Im Ortskern von Matrei befindet sich ebenso das Klaubauf-Museum, das mit über 100 Masken die Facetten des Osttiroler Brauchtums zeigt.

Das PDF der Sonderausgabe können Sie HIER downloaden.

Eröffnung Burg Heinfels

Der Obmann des Museumsvereins, Josef Steinringer, begrüßte Landeshauptmann Günther Platter, Alt-Landeshauptmann Herwig van Staa, Christine Zuenelli-Loacker von der Eigentümerfamilie und zahlreiche andere Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft. Obmann  Steinringer „Wir sind dankbar, dass es in einem gemeinsamen Kraftakt der Eigentümerfamilie, der öffentlichen Hand und vieler privater Sponsoren und Gönnern gelungen ist, dieses Juwel in den letzten Jahren zu sanieren.“ In enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden Sillian und Heinfels wurde 2016 nach mehrjähriger Planungszeit die Sanierung der Burgruine in Angriff genommen.

In seinen Grußworten dankte LH Günther Platter den Projektbeteiligten, besonders der Familie Loacker und unterstrich die Bedeutung der Anlage. „Ich sehe Burg Heinfels auch als wichtige Einrichtung für die gesamte EUREGIO. Unser Lebensraum ist das gesamte Tirol, und ich werde mich dafür einsetzen, dass hier eine gemeinsame Sitzung der EUREGIO-Landeshauptleute stattfinden kann“, so Platter.

OKTOBER 2021

Schloss Bruck

Das Team des Museums freut sich, passend zu den diesjährigen Ausstellungen universitäre Vorträge auf Schloss Bruck begrüßen zu dürfen!

Am Sonntag, den 10. Oktober, blickt Marcel Amoser vom Institut für Zeitgeschichte in Innsbruck auf die Arbeitsmigration nach Tirol in den 60er- und 70er-Jahren, mit all den sozialen und wirtschaftlichen Grenzen, die sich dabei eröffneten.

In der Matinee am 17. Juni wird Ursula Marinelli vom Institut für Kunstgeschichte in Innsbruck
das tirolische Genrebild Franz von Defreggers in den Mittelpunkt stellen.

Nähere Informationen finden Sie HIER

Exkursion – Bruneck/Südtirol

Am Samstag, den 16. Oktober veranstaltet das Kulturnetzwerk eine Exkursion nach Bruneck.
Wir werden uns dort zwei Museen ansehen: am Vormittag das Südtiroler Landesmuseum für Volkskunde und am Nachmittag das Messner Mountain Museum Corones am Kronplatz mit der herausragenden Architektur der irakisch-britischen Architektin Zaha Hadid.

Für diese Exkursion bilden wir Fahrgemeinschaften. Es gelten die aktuellen Corona-Regeln.
Abfahrt: 8.00 Uhr in Lienz/Treffpunkt Büro Osttiroler Kulturnetzwerk
Vormittag: Besichtigung des Südtiroler Landesmuseum für Volkskunde
Mittag: gemeinsames Mittagessen in Bruneck
Nachmittag: Besichtigung des MMM Corones am Kronplatz

Die Kosten für diese Exkursion sind selbst zu tragen. Anmeldung bitte bis 10. Oktober bei Claudia Moser (c.moser@osttiroler-kulturnetzwerk.at),
damit wir Führungen in den jeweiligen Museen organisieren können. Wir freuen uns über rege Teilnahme!

November 2021

Wissenschaftstagung in Aguntum – Frühes Christentum im archäologischen Kontext

Am 4. und 5. November findet der 5. Aguntum‐Wissenschafts-Workshop mit dem Titel „Frühes Christentum im archäologischen Kontext“ statt.
Er widmet sich der Spätantike, wobei das Frühe Christentum besonders im Fokus steht.

Weitere Informationen zur Tagung finden Sie HIER

Euregio-Museumstag – 19. November 2021

Der Euregio-Museumstag, die jährliche Fachtagung für Museumsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter aus Tirol, Südtirol und dem Trentino, findet – wie bereits Anfang Juni angekündigt wurde – am Freitag, dem 19. November 2021 in Bozen in der Aula Magna der Freien Universität statt. Vorbehaltlich etwaiger Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie findet die Veranstaltung in Präsenz statt. Eine Simultanübersetzung ist vorgesehen.

Mit dem Titel „Gemeinsam auf dem Weg – Museen berichten“ ist die heurige Ausgabe des Museumstages der Zusammenarbeit und den Synergien zwischen Museen, Institutionen und der Gesellschaft gewidmet. Beispiele aus der Praxis geben Inputs zur Umsetzung von Kooperationen und zeigen Vorteile und Möglichkeiten, aber auch Grenzen der Zusammenarbeit in der Museumswelt auf.

Der Zutritt zur Tagung ist nur mit „Green Pass“ und unter Einhaltung der geltenden Corona-Maßnahmen möglich.
Weitere Informationen finden Sie unter folgenden Link: Südtiroler Landesverwaltung