Auf einem steilen bewaldeten Hügel oberhalb von Virgen thront Burg Rabenstein. Erbaut wurde sie im 12. Jahrhundert, besiedelt war der Hügel aber vermutlich schon in der Römerzeit, darauf lassen hier gefundene Münzen schließen.
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Abenteurer, Schatzsucher und Genießer wandern von Virgen aus gemütlich zur sonnseitig gelegenen Burgruine Rabenstein, die einst „Burg Virgen“ genannt wurde. Sie zählt zu den größten mittelalterliche Burganlagen Tirols.
Die Burgruine krönt den steil aufsteigenden Hang des Kristallkopfmassivs und sperrt ihn durch ein quergelegtes Vorwerk mit Turm und Tormauer ab. Hat man den Anstieg geschafft, wird man mit einem wunderbaren Blick ins Matreier Becken und bis zum Lasörling belohnt.
Ihre Lage war strategisch klug gewählt: Von hier aus überblickte man das gesamte Tal – ein Blick, der Schutz bedeutete, aber auch Kontrolle. Damals war die Burg ein Symbol herrschaftlicher Präsenz und Teil eines weit verzweigten Netzwerks mittelalterlicher Machtausübung in Osttirol.
Münzfunde belegen, dass der Burghügel bereits zur Römerzeit besiedelt war. Die Burg hingegen wird erstmals im Jahr 1252 als castrum Virge erwähnt. Sie steht auf einer Höhe von 1.410 Meter, und ist eine der höchsten Festungen Tirols. Bemerkenswert ist auch der Niveauunterschied zwischen dem tiefsten und höchsten Punkt der Anlage, dieser beträgt nämlich 40 Meter.
Wechselvolle Geschichte
Ursprünglich im Besitz der Herren von Lechsgemünd, ging die Anlage 1253 in das Eigentum der Grafen von Görz über, welche die Burg auch als Gerichtssitz nutzten. Nach dem Aussterben der Görzer Grafen ging die Burg Rabenstein an die Habsburger, die sie an die Grafen von Wolkenstein-Rodenegg und später an das Haller Damenstift weitergaben.
Als Teile der Burgmauern im 17. Jahrhundert einstürzten, entschied man sich die Burg zu verlassen und ins Pfleghaus von Virgen zu übersiedeln. Seit dem 19. Jahrhundert ist die Burgruine in bäuerlichem Privatbesitz.
Originale Wandmalereien aus der gotischen Epoche
Mit seinen 4.800 m2 ist die Burgruine die drittgrößte Anlage in Tirol, und weist in ihrem „Inneren“ noch originale Wandmalereien aus der gotischen Epoche auf. Nach einem Blitzschlag, der den Bergfried einstürzen ließ, wurden die verbleibenden Restmauern gesichert.
Schauraum zur Kulturgeschichte Virgens
Im Gemeindeamt Virgen gibt es einen Schauraum, in dem die Geschichte des Ortes und seiner Burg erzählt wird (Öffnungszeiten der Ausstellung wie die des Gemeindeamtes).
Adresse
Kreuzweg 12, 9972 Virgen
Die Burgruine ist in ca. 20 Minuten Fußweg vom obersten Bauernhof in Mellitz aus erreichbar.
Jederzeit frei zugänglich










