Dieser einzigartige Themenwanderweg verknüpft das Werk des renommierten Künstlers Oswald Kollreider (1922 – 2017) mit der alpinen Landschaft des Tiroler Gailtals, die ihn zeitlebens inspirierte.

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Ausgehend vom Kriegerdenkmal vor der Pfarrkirche Kartitsch, wandert man in etwa eineinhalb Stunden über den Wiesenweg durch einfaches Gelände hoch zur Kirche von St. Oswald. An mehreren Stationen mit Reproduktionen seiner Werke erfährt man mehr über Kollreider sowie dessen Zugang zur Kunst und zum Leben.

Wer war Oswald Kollreider?

Der Erste Weltkrieg war gerade einmal vier Jahre zu Ende als Oswald Kollreider in St. Oswald in eine kinderreiche Bauernfamilie hinein geboren wurde. Von klein auf in die Arbeit des Hofes miteinbezogen, prägten ihn diese Tätigkeiten bis ins hohe Alter.

Nach einer schweren Kriegsverletzung – er verlor den kleinen Finger und den Ringfinger der rechten Hand – begann er eine Ausbildung an der Akademie der bildenden Künste in Wien sowie an der Zeichenschule von Toni Kirchmayr in Innsbruck. Das ermöglichte es ihm schließlich, als Grubenmaler im Ruhrgebiet zu arbeiten, wo er internationale Kontakte knüpfte. So begann eine über viele Jahre intensive Reise- und Ausstellungstätigkeit. Kollreider entwickelte eine unverkennbare Handschrift, die durch eine klare Farbstruktur, reduzierte Formen und eine starke innere Bildspannung geprägt ist.

Trotz internationaler Einflüsse blieb Kollreider zeitlebens mit seiner Osttiroler Heimat verwurzelt – inhaltlich wie künstlerisch. Natur, Spiritualität und Menschlichkeit bilden das thematische Rückgrat seines Œuvres. Seine Werke zeigen häufig biblische, mythologische oder existenzielle Motive, wobei die alpine Landschaft und das Licht Osttirols als kraftvolle Metaphern dienen.

Ein großes Vermächtnis

Der Künstlerweg bewahrt nicht nur das kulturelle Erbe Kollreiders, sondern vermittelt auch grundlegende Fragen menschlichen Daseins – über Schmerz und Hoffnung, Licht und Dunkel, Werden und Vergehen. Er ist ein Ort der stillen Begegnung – mit der Kunst, der Natur und sich selbst.

Man wandert durch die Landschaft, die Kollreider inspirierte, und begegnet seiner Kunst nicht im Museum, sondern in jenem Raum, aus dem sie entstanden ist.

Zahlreiche Fresken und Sgraffiti, die Kollreider auf Privatinitiative oder im öffentlichen Auftrag geschaffen hat, sowie eine kleine Auswahl seiner Bilder begleiten die Wanderer entlang des Künstlerweges. Sieben Autorinnen und Autoren haben sich je ein Bild von Kollreider genau angesehen und ihre Gedanken dazu in Kurztexten bzw. Gedichten festgehalten. Diese literarischen Reflexionen eröffnen eine neue Sichtweise auf Kollreiders Werk und stellen einen starken Bezug zur Gegenwart her.

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