Jakob Gliber war ein Ausnahmetalent – und doch tief verwurzelt in seiner Heimat. Geboren 1825 als eines von 15 Kindern beim „Kircher“ in Ainet, wuchs er in einfachen Verhältnissen auf. Zehn Jahre lang arbeitete er als Notlehrer in Alkus, ehe ihn der Drang nach Kunst und Bildung hinaus in die Welt zog.

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Zu Fuß wanderte er 1853 nach München – sechs Tage, 200 Kilometer, mit wenig Gepäck, aber viel Willenskraft.

In München lernte er das Tischlerhandwerk, entdeckte aber bald seine wahre Leidenschaft: die Bildhauerei. Seine Begabung sprach sich rasch herum – über Umwege landete er schließlich in Wien, wo er an der Akademie der bildenden Künste studierte. Allein das war eine enorme Leistung: Im 19. Jahrhundert war es fast ein Wunder, wenn ein junger Mann aus einer armen, kinderreichen Familie den Sprung an eine Universität schaffte – und noch dazu eine international beachtete künstlerische Laufbahn einschlug. Parallel ließ er seine Stimme ausbilden: Gliber war nicht nur ein feiner Handwerker, sondern auch ein begnadeter Sänger.

Kunst in der Großstadt, Spuren in der Heimat

Sein Werk hinterließ Spuren: Er wirkte am figuralen Schmuck der Wiener Staatsoper, der Votivkirche und des Naturhistorischen Museums mit. Besonders hervorzuheben ist sein Beitrag zum Stift Admont, einem der bedeutendsten Benediktinerklöster Österreichs. Gliber schuf dort eine Passionsgruppe, eine Statue des Heiligen Blasius und den Kreuzweg mit 14 Stationen. Die Gipsmodelle dieser Werke sind heute in der Pfarrkirche Ainet erhalten – als stumme Zeugen eines großen Talents.

Doch trotz seiner Erfolge in der Ferne blieb Jakob Gliber seiner Heimat tief verbunden. Immer wieder kehrte er nach Osttirol zurück, wo er sich nicht nur als Künstler, sondern auch als kultureller Förderer engagierte. Er war Mitglied des Lienzer Sängerbundes und wurde dort für sein musikalisches und menschliches Wirken 1914 zum Ehrenmitglied ernannt. Nach den Bränden von 1899 und 1903 trat er als Sänger bei Benefizveranstaltungen auf und unterstützte so den Wiederaufbau seines Heimatortes mit Stimme und Präsenz.

1892 ließ er sich dauerhaft in Leisach nieder, später kehrte er in das Elternhaus nach Ainet zurück, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1917 lebte. Noch heute zeugen Werke wie die Immaculata aus Birnbaumholz oder die ausgestellten Kreuzwegmodelle in der Aineter Kirche von seiner künstlerischen Handschrift.

Ein Jubiläumsjahr für einen bleibenden Namen

Im Jahr 2025, zum 200. Geburtstag des Künstlers, setzt Ainet einen besonderen kulturellen Schwerpunkt.

Ausgehend vom kleinen Heimatmuseum im Gemeindeamt – wo sich übrigens auch eine alte Holztruhe mit der ältesten bekannten Ansicht von Ainet befindet (Leihgabe des Tiroler Landesmuseums) – führt ein neu gestalteter Jakob Gliber Weg durch den Ort. Die sieben Stationen machen zentrale Werke des Künstlers im öffentlichen Raum sichtbar und laden zur stillen Begegnung mit seinem Schaffen ein:

So wird Jakob Gliber im Jubiläumsjahr nicht nur gewürdigt, sondern erneut lebendig – als Künstler zwischen Weltstadt und Dorfplatz, als Gestalter mit Blick fürs Wesentliche, als Osttiroler mit offenem Geist und bleibender Handschrift.

Jakob Gliber war ein Mann zwischen zwei Welten – der urbanen Kunstmetropole Wien und dem bäuerlich geprägten Osttirol. Doch er verstand es, beides zu verbinden: mit feinem Gespür, beeindruckendem Können und einem Blick für das, was bleibt.

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