Federn, Fell und Fakten: Ausstellung von Sarah Blassnig und Beatrix Indrist
Ein Aquarell ihres damals ganz jungen Katers weckte in Sarah Blaßnig die Leidenschaft für die Kunst. Was vor wenigen Jahren noch den Zweck hatte, ein ausgeprägtes Interesse an Tieren mit einer Übung gegen Schlafstörungen zu kombinieren, ist mittlerweile Beruf und Berufung der vielseitig begabten Nußdorferin: Sarah Blaßnig portraitiert die vierbeinigen Lieblinge ihrer Auftraggeber:innen, oder sie widmet sich aus bevorzugtem Antrieb Großkatzen und exotischen Vögeln.
Vorbild ist immer ein Foto, das Form, Farbe und Modellierung, die sie als Jugendliche noch im Bemalen von Schleich-Pferden erforschte, in zwei Dimensionen codiert. Doch auch sie müssen in Zeichnung und Malerei übersetzt werden: in Bleistift, Buntstift, Aquarell und Pastell. Bereits die alten Niederländer haben den Naturalismus im Fassen von Skulpturen entdeckt. Das Eintauchen in Materialkunde und die Aneignung naturgeschichtlicher Informationen über den jeweiligen Gegenstand begleiten die Arbeit.
Ein Bild auf den Kopf zu stellen, ist ein bewährtes Mittel, vom Modus des Wissens und Denkens in jenen des Sehens zu wechseln. Beatrix Indrist, die bereits mit Größen wie Peter Niedertscheider und Michael Hedwig zusammengearbeitet hat, beherrscht die Methode perfekt: In farbstarken Pastellen prüft sie ihre Vorbilder auf ästhetische und expressive Qualitäten, trifft eine Auswahl, kombiniert sie neu und demonstriert damit, dass Malerei, bei aller Wiedererkennbarkeit des Motivs, in erster Linie ein Spannungsverhältnis in der Fläche gestaltet.
Spannend wird es daher auch, wenn Blaßnig und Indrist in der gemeinsamen Ausstellung „Federn, Fell und Fakten“ ihre persönlichen Zugänge – fotorealistisch hier, expressionistisch dort – an ein und derselben Bildvorlage erproben.
Zur Vernissage in der Kunstwerkstatt Lienz können Besucher:innen Bild und Wirklichkeit darüber hinaus auch an Sarah Blaßnigs selbst kreierten und illustrierten kulinarischen Kreationen vergleichen.
Eintritt: Frei